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Geschichte

Die Ortschaft Ottenhausen liegt im sogenannten Steinheimer Becken und ist ein frühmittelalterliches Haufendorf, das erstmals um das Jahr 850 urkundlich erwähnt wurde. Damals trug der Ort  allerdings noch den Namen Adekenhusum. Er bestand nicht aus einer geschlossenen Siedlung, sondern aus Einzelhöfen, die sich in einem Markverbund zusammengeschlossen hatten.
Zu dieser Zeit gehörte die Gegend zum sächsischen Wetigau (Weten = Weizen). Die Besitzrechte wechselten jedoch öfter. Unter anderem besaßen das Kloster Corvey, die Herren von der Lippe und die Grafen von Schwalenberg Besitzungen in Ottenhausen. Bis zur Säkularisation im Jahre 1802 gehörte der Ort zum Hochstift Paderborn bevor er danach Preußen angegliedert wurde. Seit dieser Zeit besteht ein enger Zusammenhang mit der Stadt Steinheim. Zwischen 1806 und 1813 gehörte der Bereich zum napoleonischen Herrschaftsbereich und war dem Königreich Westfalen zugeordnet. Der Wiener Kongreß (1814/15) schlug das Gebiet Preußen zu. Seit dem 2. Weltkrieg gehört Ottenhausen zu Nordrhein-Westfalen. Die Eingemeindung zur Stadt Steinheim erfolgte im Jahr 1970.


Hofstelle aus dem 18. Jahrhundert

Im Mittelalter hatte der Ort einige Bedeutung. Hier tagte dreimal im Jahr ein Frei- und Gogericht. Zunächst zuständig für Ottenhausen, Bergheim, Vinsebeck, Himmighausen und Sandebeck war es ab 1607 nur noch für die Fälle im eigenen Ort zuständig, da die Gerichtsbarkeit für die anderen Orte auf Paderborn überging.
Bereits im 13. oder 14. Jahrhundert wurde in Ottenhausen eine Kapelle errichtet. Es dauerte allerdings bis Ende des 17. Jarhunderts, bis auch ein Friedhof hinzu kam. Zwischen 1900 und 1901 wurde die Kapelle durch die heutige Kirche ersetzt. Seit 1910 hatte Ottenhausen einen eigenen Pfarrer.
Wann genau die erste Schule nach Ottenhausen kam, ist unklar, wahrscheinlich jedoch um das Jahr 1690. Klar ist jedoch, daß das letzte Schulgebäude von 1960 bereits 1968 nach der Auflösung der Landschule in das heutige Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde.


Das heimatkundliche Museum in der Bauernburg

Über das vermutlich älteste noch bestehende Gebäude des Dorfes, die Bauernburg, gibt es auch keine genauen Entstehungsdaten. Es wird auf das 12. oder 13. Jahrhundert geschätzt. Früher hatte es einmal 3 Stockwerke, wobei im obersten eine Wohnung, die nur über eine hölzerne Zugbrücke zu erreichen war, lag. Heute ist das Gebäude ein Stockwerk niedriger und hat ein neues Dach erhalten. Seit der Renovierung befinden sich darin das heimatkundliche Museum, ein Tagungsraum und ein Gastraum.

Viele Gebäude des Ortes stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Interessant ist die Vielfalt der Gebäudeformen und Gebäudestandorte im Kernbereich des alten Dorfes. Ortsbildprägend sind die regionstypischen, großen westfälischen Vierständer-Hallenhäuser. Die Höfe mit guter Bausubstanz aus verschiedenen Baumaterialien wie Bruchstein und Fachwerk mit Lehm oder Ziegelausfachung ergeben ein sehr lebhaftes und reizvolles Bild. Die landwirtschaftliche Prägung blieb weitgehend erhalten. Nach der Jahrhundertwende sind an der Peripherie zweiSiedlungsgebiete mit moderneren Bauweisen entstanden. Seit 1970 gehört Ottenhausen zur Stadt Steinheim.

Seit 2005 wird der Aufbau eines Ottenhausener Ortsarchives betrieben. So wird die Geschichte Ottenhausens zukünftig auch elektronisch abfragbar sein.