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Ottenhausen – Bundesgolddorf 1993.
Der Wettbewerb: Unser Dorf soll schöner werden

Mit der Erstellung eines Dorfentwicklungsplanes in den Jahren 1985 und 1986 begann für Ottenhausen eine Zeit des Aufwachens. Sensibilisiert durch die mit der Planerstellung erforderlichen Untersuchungen, begannen die Dorfbewohner damit, sich für die Belange ihres Dorfes zu interessieren. Die Folge war eine verstärkte Dorferneuerung, die ganz überwiegend von der intakten Dorfgemeinschaft angestoßen, getragen und durchgeführt wurde. Alle Projekte und Aktivitäten sind im Dorf entschieden worden. Gleichwohl entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Landes- und Kommunalbehörden.
Die sich immer mehr ausweitenden Aktivitäten beanspruchen die Kräfte der Dorfgemeinschaft natürlich sehr, gerade auch dann, wenn den Vorhaben von verschiedenen Seiten Widerstände oder Behinderungen entgegengestellt werden. Wäre da nicht die schon sprichwörtliche 'Dickschädeligkeit' der Westfalen, hätte eine umfassende Dorferneuerung kaum über mehr als zehn Jahre durchgehalten werden und bis heute noch an Umfang gewinnen können.
Aber auch die Anerkennungen, die die Dorfgemeinschaft für ihr Engagement erhielt, bestätigten die Bürger in ihren Bemühungen. Die erste große Auszeichnung erhielten sie 1993, als Ottenhausen im Wettbewerb 'Unser Dorf soll schöner werden' des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Goldplakette ausgezeichnet wurde.

Die Dorfgemeinschaft freut sich über die Auszeichnung zum 'Golddorf'.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten richtet jährlich den Wettbewerb 'Unser Dorf soll schöner werden' aus. Schirmherr ist der Bundespräsident. 1993 haben sich 5509 Dörfer an dem Wettbewerb beteiligt. Von diesen wurden in Kreis-, Regional- und Landesentscheiden 47 Dörfer für den Bundeswettbewerb nominiert. Von diesen erhielten 12 Dörfer, darunter Ottenhausen, eine Goldmedaille. Die Bewertung erfolgte durch eine achtköpfige Bewertungskommision unter Leitung von Gräfin Sonja Bernadotte, Präsidentin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft. Die Kommission hatte im August und September 1993 die Dörfer besucht und nach einem festen Bewertungskatalog begutachtet.
Zur Bewertung wurden folgende Bereiche herangezogen:

  • allgemeine Entwicklung und Gestaltung des Ortes
  • bürgerschaftliche Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen
  • Baugestaltung des Ortes im öffentlichen und privaten Bereich
  • Grüngestaltung des Ortes im öffentlichen und privaten Bereich
  • Ort in der Landschaft

Dabei wurde die Ausgangslage der Dörfer als Bezugspunkt zugrundegelegt, so daß die Verbesserungen durch den Bürger Maßstab für den bundesweiten Vergleich waren.


Auszug aus der Würdigung für Ottenhausen

Das Dorf Ottenhausen hat sich entschlossen, mit konzeptioneller und finanzieller Hilfe des Landes Vorbildfunktionen eines 'ökologischen Dorfes der Zukunft' zu entwickeln. Das 1985 begonnene Dorferneuerungsvorhaben wurde damit unter ganzheitlichen Gesichtspunkten vertieft. [...]
Grundlage für die Entwicklung und Gestaltung des überwiegenden Wohnortes sind gemeindliche Grundplanungen, insbesondere der Dorfentwicklungsplan und aus ihm entwickelte ökologische Ideen [...]. Die Bürger arbeiten aktiv an der Entwicklung des Lebensraums Dorf [...] mit. [...]
Die bereits realisierten Einzelmaßnahmen [...] sind anerkennenswerte bürgerschaftliche Leistungen und der Nachweis, daß die Bürger freiwillig ihren Lebensraum nachhaltig verändern wollen. Das vielfältige Gemeinschaftsleben sichert die soziale und kulturelle Lebensqualität.
Die bauliche Aufwertung der ortsbestimmenden Häuser ist gelungen, wobei die Verbesserung angrenzender Elemente wie Traufbereiche, Mauern, Zäune, Vorgärten, Grünsäume und Lebensräume für Tiere im Haus [...] vorbildhaft einbezogen wurden. [...]

Nicht zuletzt solche Bauerngärten trugen zu dem Erfolg im Wettbewerb bei.