In Ottenhausen realisierte Projekte.
Dorf der Zukunft Das Dorf
an der Schwelle ins nächste Jahrtausend
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Auch die Region Ostwestfalen Lippe hat eigene Projekte zur Weltausstellung 2000 entwickelt. An dem Projekt beteiligen sich 8 Dörfer aus der Region. Am Beispiel dieser Dörfer werden unterschiedliche Wege für die dörfliche Gemeinschaft in das nächste Jahrtausend vorgestellt. Die Auswahl der Dörfer erfolgte nach ihren Leistungen in den folgenden Bereichen:
- Entwicklung des Dorfgemeinschaftslebens und der dörflichen Kultur
- Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, z.B. durch Tourismus
- Schaffung einer ausreichenden Infrastruktur im öffentlichen und privaten Bereich durch neue, ökologisch verträgliche Ansätze
- Erhalt des dorftypischen Charakters und der dorfbildprägenden Bausubstanz, z.B. durch neue Nutzungen
- Sicherung der Kulturlandschaft und Aufbau regionaler Vermarktungsstrukturen
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Das Gesamtprojekt ist ein positives Beispiel für ein koordiniertes und zielgerichtetes Zusammenwirken staatlicher Stellen aus verschiedenen Bereichen (Dorferneuerung, Flurbereinigung, Städtebau, Sport, Kultur, Wirtschaft und Wohnungsbau) mit Bürgern, Investoren und den jeweiligen Gemeinden.
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Beispiel für eine ökologisch geprägte Dorferneuerung:
Das Dorf Ottenhausen wurde aufgrund seiner beispiel-haften ökologisch orientierten Dorferneuerung für das Expoprojekt ausgewählt. Von der Vielzahl der durch-geführten Maßnamen sollen hier nur einige Beispiele wiederholt werden:
- Aus einer ehemaligen Scheune wurden ein von der Dorfgemeinschaft getragener Dorfladen und ein vom Eigentümer des Gebäudes geführtes Café. Der Umbau erfolgte unter Berücksichtigung des Ortsbildes
- Umnutzung eines Stalls zur Tischlerei
- Ausbau des Wander- und Radwegenetzes
- Renovierung und Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH)
- Geplant ist die Einrichtung eines Tagungshotels.
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Der Dorfladen:
Direktvermarktung und Nahversorger
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Maßnahmen im Rahmen der Beteiligung an der EXPO 2000
Zur nachhaltigen Sicherung der ökologisch bedeutsamen Flächen und Feuchtgebiete in der Gemarkung Ottenhausen und zu ihrer Vernetzung soll ein begonnenes Biotopverbundsystem vollendet werden.
Auf Initiative des Heimatvereines sollen ca. 30 ha naturschutzwürdiges Grünland, Acker- und Gewässer-randstreifen, Obstbaumreihen, Hecken und Wegraine zu einem Biotopverbundsystem zusammengeschlossen werden. Sie bilden dann das Rückgrat des Naturhaushaltes. Hierzu werden folgende Maßnahmen umgesetzt:
- Ankauf einer Fläche von 30 ha über ein ökologisch orientiertes Bodenordnungsverfahren
- Erstellung eines Pflege- und Entwicklungskonzeptes für diese Naturschutzflächen
- Anlage von zwei Streuobstwiesen mit insgesamt rund 100 Obstbäumen alter Sorten
- Durchführung von Optimierungsmaßnahmen im Bereich des Feuchtgebietes „Uhlenbruch“ zur Anlage eines Gewässerbiotops und zur Wiederherstellung des verlandeten Grabenlaufes mit kleinem Teicharm, zusätzliche Gehölzpflanzungen
- Teilweise Umwandlung des Hybridpappelbestandes und Neuanlage eines Erlenbruches
- Umgestaltung eines Teilbereiches einer Haselnußhecke als kulturhistorische Flechthecke
- Teilentschlammung von vorhandenen Tümpeln im Bereich des Feuchtgebietes Multhöpen zur Vermehrung der Laubfroschpopulation
- Anlage einer Rad- und Wanderwegverbindung zur Kernstadt Steinheim mit gleichzeitiger Schaffung von entsprechendem Begleitgrün und Vegetationsstreifen
- Anlage einer Rad- und Wanderwegverbindung zur Anbindung an das Naturschutzgebiet Norderteich mit gleichzeitigem Ziel einer Vernetzung zum Feuchtgebiet Multhöpen
- Renovierung einer Trockenmauer im Bereich der oberen Grebergstraße zum Erhalt dieses ökologisch und kulturhistorisch bedeutsamen Mauerwerkes
- Begrünung der Kreisstraße zwischen Vinsebeck und Ottenhausen
- Aufnahme einer Grabenverrohrung, naturschutzgerechte Gestaltung des Grabenverlaufes und Anlage eines Gewässerrandstreifens
- Umwandlung eines Fichtenbestandes der Stadt Steinheim in eine naturnahe und standortgerechte Waldfläche
Umnutzung leerstehender und ungenutzter alter landwirtschaftlicher Bausubstanz zum Erhalt des Dorfcharakters und zur Vermeidung von unnötigem Flächenverbrauch durch Ausweisung von zu-sätzlichen Baugebieten am Dorfrand
Die für eine Umnutzung in Frage kommenden Gebäude sind in den meisten Fällen in Privatbesitz. Die Motivation zu einer Umnutzung geht häufig von den Bürgern des Dorfes aus. Die Beratung und Begleitung bei der Beantragung von Fördermitteln, der Umsetzung der Baumaßnahme und Abwicklung von Zuschüssen wird zum Teil von Mitgliedern des Heimatvereines in ehrenamtlicher Arbeit geleistet.
Dorferneuerung im öffentlichen und privaten Bereich
Vollendung der Dorferneuerung im öffentlichen Bereich durch Rückbau und Entsiegelung des Straßenzuges Grebbergstraße inklusive Begrünungsmaßnahmen zur Verbesserung des Dorfbildes und zur Verbindung von Dorf und Landschaft in diesem Bereich des Ortes. Bei der schon abgeschlossenen Planung waren neben den Anliegern auch die wichtigen Gremien des Ortes intensiv und entscheidend beteiligt. Die Bepflanzung und Begrünung wird von den Anliegern und Mitgliedern örtlicher Vereine in ehrenamtlicher Arbeit geleistet.
Kommunikation und Weitergabe von Wissen zur ökologisch orientierten Dorferneuerung und zur Stärkung des ländlichen Raumes
Organisation von Führungen, Vorträgen, Seminaren und anderen Veranstaltungen. Die Führungen und Vorträge werden von engagierten Mitgliedern des Heimatvereines abgehalten. Diese erstellen auch Fotos und anderes Präsentations- und Dokumentationsmaterial. Bei Seminaren wird nach Möglichkeit die Sachkunde der Ortsbewohner genutzt, zum Beispiel bei Praxisseminaren zur Erhaltung und Pflege der regionaltypischen Flechthecken. Bei größeren Veranstaltungen berichten Eigentümer oder andere Beteiligte Beispielielsweise über die Umnutzung ihrer Gebäude oder die Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen.
Jährliche Veranstaltung eines Öko- und Bauernmarktes zur Information über und zur Vermarktung von ökologischen Waren und Dienstleistungen; mit großem Rahmenprogramm und -angebot
Veranstalter des Öko- und Bauermarktes ist die örtliche Kolpingsfamilie, die Planung, Vorbereitung und Durchführung des Marktes in ehreamtlicher Tätigkeit sicherstellt. Einige Bewohner des Dorfes sind als Anbieter beteiligt (u.a. Gastronomie, Wurstwaren, Kunsthandwerk, Vorführung alter dörflicher Handwerkskunst usw.)
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